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Schüler nutzen das Visual History Archive

Zwei Berliner Schulklassen arbeiteten an der Freien Universität mit Interviews des Archivs

News vom 11.10.2007

Die Schulklassen nutzten das Visual History Archive des Shoah Foundation Institute for Visual History and Education der University of Southern California  und seine Recherchemöglichkeiten auf zweierlei Art:

  • Schüler suchten sich auf der Grundlage vorgegebener Kriterien einen einzelnen Zeitzeugen, mit dessen Geschichte siesich eingehender beschäftigten. (Kriterien: in Berlin geborene Juden, die nach Auschwitz deportiert wurden)
  • Schüler setzten sich mit einem Themenbereich anhand von Interviewausschnitten auseinander, zu denen sie mit Hilfe von vorgegebenen Schlagwörtern recherchiert hatten. (z.B. Lebensbedingung in den Lagern – speziell der Bereich Gesundheit)

Das Archiv ist fächerübergreifend einsetzbar. Neben dem Geschichtsunterricht eignen sich die Interviews zum Beispiel für:

  • den Ethikunterricht
  • den Politikunterricht
  • den Deutschunterricht
  • den Religionsunterricht

Zudem lassen sich interkulturelle Fragestellungen anhand der internationalen Lebensberichte gut aufgreifen.

Ohne Vorbereitung kann die Auseinandersetzung mit den Video-Interviews allerdings zur Vermittlung eines verzerrten Geschichtsbildes führen, da ohne das Wissen um Motive, Gruppierungen, Orte, Zusammenhänge und die zeitliche Abfolge von Ereignissen, vieles falsch verstanden und eingeschätzt würde. Auch können Schüler ohne Hintergrundwissen nur schwer zwischen einem außergewöhnlichen Ereignis oder einem typischen Ablauf unterscheiden. Zusammen mit im Vorfeld vermittelten historischen Informationen, bildet das Visual History Archive jedoch ohne Zweifel eine für die Auseinandersetzung mit dem Holocaust wichtige und außergewöhnliche Ressource, die von Schüler gerne angenommen wird, wie die bisherigen Erfahrungen mit Schulklassen an der Freien Universität gezeigt haben.

Geeignet erscheint der Einsatz des digitalen Archivs für Schüler ab der 10. Klasse. Englische Sprachkenntnisse sind erforderlich, da die Archivoberfläche derzeit noch in englischer Sprache gehalten ist und rund die Hälfte der Interviews in englischer Sprache geführt worden sind. Es existiert mit rund 900 deutschsprachigen Interviews aber auch ein großes Quellenkontingent für Schüler mit noch unzureichenden Englischkenntnissen.

Das VHA-Projektteam an der Freien Universität Berlin strebt an das Archiv zukünftig auch einzelnen Schüler zur Anfertigung ihrer Präsentationsarbeiten und Projektarbeiten zur Verfügung zu stellen. Derzeit ist eine Betreuung allerdings nur im Rahmen von Projektgruppen und für Schulklassen möglich.

Eine gemeinsame Vorbereitung der Archivnutzung durch die Fachlehrer und das Visual History Archive-Team der Freien Universität Berlin hat sich als lohnenswert erwiesen, wobei die Mitarbeiter der Hochschule bestrebt sind, eine für die jeweilige Schulklasse passende Recherche zu ermöglichen. Für die Arbeit mit dem Archiv ist es erforderlich, dass die Schulklassen an die Freie Universität nach Berlin-Dahlem kommen.

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