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Summer School 2014

"Erinnern an NS-Zwangsarbeit. Oral-History-Interviews als wissenschaftliche Quelle
und als Beitrag zu einer europäischen Erinnerungskultur"

Sonntag, 17.08 - Samstag, 23.08.2014

Die Summer School 2014 widmete sich der Erinnerung an die NS-Zwangsarbeit. Das Zwangsarbeits-System des nationalsozialistischen Deutschland war eines der größten der Geschichte: Über zwanzig Millionen ausländische Zivilarbeitskräfte, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene wurden gezwungen, im Verlauf des Zweiten Weltkriegs im deutschen Reich und den besetzten Gebieten zu arbeiten. Als Menschenmaterial für die Produktion in der Rüstungsindustrie, der Landwirtschaft und in Versorgungsbetrieben missbraucht, wurden sie zu Zwangsarbeiter(inne)n der Deutschen.

Mit dem wachsenden zeitlichen Abstand zum Nationalsozialismus sind immer weniger Zeug/innen in der Lage ihre persönlichen Erinnerungen direkt weiterzugeben. Damit kommt Oral-History-Interviews eine wachsende Bedeutung als erinnerungskulturelle und wissenschaftliche Quellen zu. So wird bei der Erforschung, Darstellung und Vermittlung der NS-Geschichte verstärkt auf Erinnerungsberichte zurückgegriffen.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden in unterschiedlichen z.T. groß angelegten Projekten die Lebensgeschichten und Erinnerungen von Überlebenden dokumentiert, erschlossen und für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt. Die Freie Universität Berlin bietet den Zugang zu drei solchen Oral-History-Sammlungen an: dem „Visual History Archive des USC Shoah Foundation Institute“, dem Archiv „Zwangsarbeit 1939-1945“ sowie dem Archiv „RefugeeVoices“.

Vom 17. bis 23. August 2014 haben sich 20 internationale Nachwuchswissenschftler/innen und um das Thema „Erinnern an NS-Zwangsarbeit“ mit der wissenschaftlichen Analyse von Oral-History-Quellen beschäftigt. Vorträge verschiedener Wissenschaftler(innen) setzten sich mit den Methoden und der Praxis der Oral History auseinander, thematisierten wichtige Forschungsaspekte zur NS-Zwangsarbeit und der Entschädigungspolitik, und gaben Einblicke in die europäische Erinnerungskultur. Ein Stadtspaziergang mit der Zeitzeugen-App der Berliner Geschichtswerkstatt und eine Exkursion zuM Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Schöneweide ergänzten das Programm. Wichtiger Bestandteil der Summer School waren auch wieder mehrere Praxiseinheiten, in denen die Teilnehmer/innen in Gruppenarbeit intensiv mit lebensgeschichtlichen Erinnerungsberichten arbeiten.

Das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Angebot findet jährlich statt und richtet sich an Personen, die in der Vergangenheit als internationale (ausländische) Studierende oder Gastwissenschaftler(innen) ein oder mehrere Semester an einer deutschen Hochschule studiert oder geforscht haben und an der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Oral History zum Nationalsozialismus interessiert sind.

ausgerichtet von:

Freie Universität Berlin
CeDiS - Center für Digitale Systeme
Multimediale Archive
Verantwortlich: Verena Nägel
Durchführung: Dr. Carla MacDougall und Max von Schoeler
Organisation: Irina Baskow

Kontakt

Freie Universität Berlin
Center für Digitale Systeme (CeDiS)
Multimediale Archive
Ihnestrasse 24
14195 Berlin
E-Mail: vha-summer-school@cedis.fu-berlin.de